12.02.2026

Wenn der Adel Pläne schmiedet

Lortzings komische Oper „Der Waffenschmied“ hat Premiere in Rudolstadt

„Reichtum allein tut’s nicht auf Erden, das ist nun einmal weltbekannt“, heißt es im ersten Akt von Albert Lortzings Spieloper „Der Waffenschmied“. Doch der adlige Graf von Liebenau akzeptiert diese Abfuhr nicht: Um Marie, die Tochter eines Schmiedemeisters für sich zu gewinnen, gibt er sich als einfacher Waffenschmied aus, verdoppelt sein Werben und macht sich damit selbst Konkurrenz. Das heitere Spiel um Liebe, Verkleidung und Maskerade feiert am Samstag, 21. Februar um 19.30 Uhr Premiere im Großen Haus des Schiller-Theater Rudolstadt. Die Aufführung zum großen Lortzing-Jubiläumsjahr entsteht in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, es spielen die Thüringer Symphoniker.

Als Albert Lortzing 1845 den „Waffenschmied“ schrieb, lag bereits ein bewegtes Künstlerleben hinter ihm mit mehreren erfolgreichen Opern, aber auch mit Enttäuschungen und Zweifel. Nach seiner missglückten „Undine“ besann er sich wieder auf sein bestes Handwerk: die romantische Spieloper. Als Vorlage diente ihm Friedrich Wilhelm Zieglers Lustspiel „Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person“«. Mit herzerwärmender Heiterkeit formte Lortzing den Text um, entfernte alles Grobe und schuf Figuren voller Wärme und Menschlichkeit. Aus der derben Komödie wurde ein Stück voll Frohsinn und ansteckendem Humor.

Das Maskenspiel findet im Worms des 16. Jahrhunderts statt:  Der Graf von Liebenau schlüpft aus Liebesgründen in die Rolle des Schmiedegesellen Konrad. Dabei verdoppelt er sein Werben, indem er als mittelloser Liebhaber und zugleich als vermögender Adliger auftritt. Die Rechnung macht er allerdings ohne Meister Stadinger: Sein wachsames Auge auf seine Tochter und sein Misstrauen gegenüber dem Adel verkomplizieren das Vorhaben ebenso wie die Absichten einer weiteren in Konrad verliebten Dame.

In der aktuellen Inszenierung entsteht das Zusammenwirken von Spiel und Musik als Gemeinschaftsarbeit: Die Thüringer Symphoniker gestalten Lortzings Musik gemeinsam mit jungen Sängerinnen und Sängern der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Regie führt Bernhard Stengele, in der letzten Regierung Umweltminister Thüringens. Bühnenbild und Kostüme hat Ronald Winter, inspiriert vom Zeughaus auf Schloss Schwarzburg, entworfen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Oliver Weder. In Doppelbesetzung spielen auf der Bühne Karim Mayer, Lucas Reis, Mariko Krohne, Rebecca Suta, Valentin Schneider, Elie Valdenaire, Samuel Robertson, Hong Zhou, Oliver Hirte, Bruno Szabó, Johanna Hauptstock, Merit Nath-Göbl, Pascal Leonhardt und Florian Michels.

Restkarten für die Premiere und die weiteren Vorstellungen sind erhältlich an den üblichen Vorverkaufsstellen des Theaters, auf der Website auf www.schiller-theater.de und an der Theaterkasse in der KulTourDiele, Tel. 03672 450 10 00.

Schiller-Theater Rudolstadt